Erektion und Samenerguss

Wie entsteht eine Erektion
Um zu ergründen, warum es Erektionsprobleme gibt, muss man verstehen, wie eine Erektion funktioniert.

Um die Ursachen einer Erektionsstörung zu erkennen, muss man zunächst einmal verstehen, wie einer Erektion zustande kommt, welche Körperteile dabei beteiligt sind und was dabei im Körper abläuft. Die Hauptrolle bei einer Erektion spielt der Penis.

Der Penis gehört zusammen mit den Hoden zu den äußeren männlichen Geschlechtsorganen. Er wird sowohl für die Fortpflanzung, als auch für die Harnausscheidung gebraucht wird. Normalerweise hängt er schlaff über dem Hodensack. Der Penis hat drei Schwellkörper, die mit vielen kleinen Blutgefäßen durchzogen und umgeben von Muskeln sind. Im Normalzustand sind diese Muskeln angespannt. Kommt es zur sexuellen Erregung, entspannen sich die Muskeln in Penis und die Blutgefäße weiten sich.

Ausgelöst wird die sexuelle Erregung entweder durch eine örtliche oder visuelle Reizung. Folglich fließt Blut in die Schwellkörper, der Penis schwillt an und wird steif. Die örtliche Reizung wird durch Berührung ausgelöst, wobei man auch von einer reflexogenen Aktivierung spricht. Bei der visuellen Reizung, ausgelöst durch erotische Gedanken und visuelle Reize spricht man von einer psychogenen Aktivierung.

Im Gehirn werden die Reize aufgenommen und verarbeitet. Über das Nervensystem sendet das Gehirn Nervenimpulse an den Penis, woraufhin eine Reihe von biochemischen Abläufen in Gang gesetzt werden. Es kommt zur Erschlaffung der Schwellkörpermuskulatur und es fließt ca. 20 – 40% mehr Blut in die Gefäße, was die Schwellkörper anschwellen lässt.

Kommt es zur Erektion, erweitern sich die Arterien und der Blutfluss in die Schwellkörper erhöht sich. Durch die Ausdehnung der Arterien werden die Venen gegen die Wände der Schwellkörper gedrückt, so dass das Blut nicht mehr abfließen kann. Die Hohlräume in den Schwellkörpern erweitern sich, wobei dieser Vorgang biochemisch gelenkt wird.

Während der Erektion kommt es zur Verlängerung des Penisschachtes und der Penis bleibt in der Regel bis zum Samenerguss, der Ejakulation steif.

Der Samenerguss

Kommt es zum Samenerguss, ist das Gehirn maßgeblich daran beteiligt. Über das Rückenmark verlaufen die Reize ins Gehirn worauf die zwei Phasen der Ejakulation ausgelöst werden. Zunächst kommt es zur Kontraktionsphase. Dabei ziehen sich verschiedene Muskelgruppen und Organe zusammen, wodurch die Samenflüssigkeit aus den Nebenhoden durch den hinteren Harnleiter bis zum Penis transportiert. Folglich erhöht sich der Druck im Harnleiter und es folgt die zweite Phase, die Ausstoßphase.

Während der Ausstoßphase löst der Druck der Samenflüssigkeit rhythmische Muskelbewegungen aus, die als Orgasmus wahrgenommen werden. Durch die Muskelbewegungen wird der Samen aus dem Penis gedrückt. Anschließend verliert der Penis seine Standhaftigkeit wieder, schwillt langsam ab und kehrt in seine Ausgangsposition zurück.

Bei diesem komplexen Zusammenspiel verschiedenen Nervenbahnen, Organen und Muskelgruppen kann es durchaus zu Problemen im Ablauf kommen, die sich in einer Erektionsstörung, auch erektile Dysfunktion genannt, bemerkbar machen.